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amaste liebe Kundinnen
Vor vielen Jahren kam ich zum ersten Mal mit einer Gruppe ins kleine Dorf Rohet. Dort wurde gerade eine Hochzeit gefeiert, selbstverständlich waren wir alle neugierig. Nun, auf den Strassen war die Hölle los, Kinder, erwachsene Männer, heilige Kühe – aber wo waren die Frauen? Schliesslich fanden wir sie in den Häusern. Sie waren mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Sie tanzten, sie feierten, sie bemalten die Hände mit Henna. Und wir mittendrin. Dort sah ich Amrita zum ersten Mal.
Diese einfache Frau aus dem Ort hat uns dann am nächsten Tag durch ihr Dorf begleitet: in die Schule, zum Dorfpostamt, zu ihrer Freundin, die stickt und zur Nachbarin, die gerade Grossmutter geworden ist und das Enkelkind hütet. Sie war eine glänzende Reiseführerin. Zwar verstanden wir unsere Sprachen gegenseitig nicht, doch wir unterhielten uns glänzend. Schliesslich gibt es Blicke, Hände und Augen. Und es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft.
Seit dieser Begegnung besuche ich Amrita jedes Mal mit einer Gruppe, wenn wir in Rohet vorbeikommen. Eines Tages führte sie meine Gruppe und mich zu einer behinderten Frau, die ihren Lebensunterhalt alleine bestreitet. «Ich bin doch auch etwas wert, selbst wenn ich behindert bin», sagt sie, und zeigt uns ihre Vorhänge. Darauf standen Zitate und Gedanken, die sie darauf gestickt hatte: von Gandhi, von Vivekananda und Tagore, alles in englischer Sprache. Die kleine Frau sass mit ihren Zöpfen auf dem Stuhl und sprach lebhaft auf uns ein. Eine Reiseteilnehmerin war derart begeistert, dass sie der selbstbewussten Frau den Vorhang abkaufte. Und ich sah, wie Amrita strahlte, weil sie ihrer behinderten Bekannten zu einem Geschäft verhelfen konnte.
Ich bin gespannt, was Amrita uns beim nächsten Besuch zeigen wird – sie ist eine begnadete Reiseführerin, obwohl sie selber – wie alle hier im Dorf – die Schule nie besucht hat.
Ihre Sonja Müller Lang
Sumatrastrasse 25, 8021 Zürich, T 044 350 30 50, F 044 350 30 54, www.womentravel.ch

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